ZWEI SCHLÜMPFE IN MAILAND

 

Am Dienstag, morgens um 4:00 Uhr machten sich Ralf, Lars und ich auf die Socken um Mailand zu erobern. Da Petrus wohl sah, das Boris am Steuer saß, ließ er es kräftig regnen. Einen Regen in dieser Intensität und Dauer habe ich noch nicht erlebt. In unzähligen Wasserfällen schoß das Wasser die Berge der Schweizer Alpen hinab, Sodas man befürchten mußte, die ganze Schweiz würde überschwemmt.

Kurz vor Lugano besserte sich das Wetter dann aber, und in Italien angekommen wurde es angenehm warm. Um Punkt 10:00 Uhr sahen wir vor uns das Guiseppe-Meazza-Stadion. Auf dem Parkplatz mußten wir feststellen, das wir nicht die ersten waren. Ein Kleintransporter aus Berlin war schon da.

Weiter fuhren wir dann mit der Straßenbahn in die Innenstadt. Hier bemerkten wir, das MC Donalds scheinbar Mailand aufgekauft hat. MC Donalds war dort nicht nur an jeder Ecke vertreten, sondern an vielen Ecken gleich zweimal. Festzuhalten bleibt außerdem, das Bier nicht unbedingt zu den billigen Sachen in Mailand gehört. Das billigste Bier kostete 6,00 DM für 0,4 l und das teuerste kostete 10,00 DM für 0,5 l.

Das Meazza-Stadion war für uns dann eine kleine Enttäuschung. Es ist einfach nur ein Betonklotz am Rande der Stadt. Abgesehen davon, das es ziemlich schmutzig ist (besonders unser Block), hat das Stadion überhaupt kein Flair. Allerdings wird einem im Stadion als Auswärtsmannschaft und Fan trotzdem Angst und Bange, denn das Stadion ist einfach riesengroß und erdrückend.

Circa anderthalb Stunden vor Spielbeginn waren wir im Stadion, wo sich bis dahin noch nicht all zu viele Hertha-Fans aufhielten. Doch innerhalb der nächsten 45 Minuten wurde der Block immer voller, so das dann ungefähr 1.000 Fans da waren. Die 1.000 Herthaner machten dann auch sofort eine Riesenstimmung, was jedes Mal mit gellenden Pfiffen der Tifosi beantwortet wurde.

Im Spiel selbst wurde dann jede Ballberührung eines Herthaners gefeiert wie ein Sieg. Als Ali Daei das 1:0 schoss, war natürlich die Hölle los. Bengalisches Feuer und Rauchbomben in seltenen da gewesenen Menge wurden gezündet. Der Nebel wurde gerade wieder etwas durchlässiger, als Oliver Bierhoff das 1:1 schoss.

Jetzt begann wieder das krasse Zittern, was mit Nachspielzeit gut 20 Minuten dauerte. Beim Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen ! Da uns die mit Gewehren ausgerüstete Italienische Polizei bis 45 Minuten nach Spielende nicht aus dem Block liess, wurde die Hertha-Mannschaft ausgiebig gefeiert. Beim Auslaufen der Spieler liess man viele von ihnen einzeln hochleben und  forderte immer wieder die Welle von den Spielern. Gleiches gilt auch für Dieter Hoeneß und Jürgen Röber.

Endlich am Parkplatz angekommen mussten wir noch bis Mitternacht warten, bis wir endlich den Weg Richtung München antreten durften. Letztendlich ging es dann noch nach Berlin zurück (natürlich im Dauerregen), wo wir um 21:00 Uhr mit den Kräften am Ende ankamen.

Euer Boris

     
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